Couchsurfing – Was das ist und wie’s funktioniert

Eigentlich schon ein alter Schuh, jedoch ist erst in den letzten zwei bis drei Jahren das Couchsurfing auch bei uns Deutschen richtig in Mode gekommen. Es ist jedoch noch längst nicht bei allen angekommen. Daher möchten wir dich aufklären und dir genau erläutern, was Couchsurfing überhaupt ist, wie der genaue Ablauf ist und wie auch du bei deiner nächsten Reise einfach in einer fremden Wohnung nächtigen kannst. In unserem Ratgeber erfährst du die wesentlichen Informationen zum Thema Couchsurfing. Viel Spaß dabei!

 

Couchsurfing – Was ist das überhaupt?

Kurz gesagt: Couchsurfing ist nichts anderes als das kostenlose Übernachten bei anderen Leuten. Du nächtigst also nicht in einem Hostel oder in einem Hotel, sondern bei fremden Personen Zuhause. Hierbei gibt es Webseiten, wie BeWelcome oder auch den Hospitality Club, welche dir die Möglichkeit bieten, mit anderen Couchsurfern in Kontakt zu treten. Durch den ersten Kontakt bekommst du dann die Mölichkeit, bei den potentiellen Couchsurfer-Partnern zu nächtigen. Natürlich gibt es auch über soziale Plattformen die Möglichkeit, in Couchsurfer-Gruppen einzutreten. Die bekannteste Plattform dafür ist Facebook. In den thematisch passenden Facebook-Gruppen kannst du auch viele Fragen stellen, wenn du zum Beispiel nach Erfahrungsberichten für bestimmte Orte suchst, bist du dort am Besten aufgehoben.

Wer sind Couchsurfer überhaupt?

Es ist im Prinzip kinderleicht ein Couchsurfer zu werden. Egal ob du erst 18 Jahre alt bist oder dich schon im Rentenalter befindest, komplett egal. Auch Familien mit Kindern können zu einer ganzen Couchsurfer-Familie werden. Man nächtigt auch nicht unbedingt immer in der nächstbesten Studenten-WG. Oftmals bieten sogar wohlhabende Manager ihr Haus mit Pool an, wo du nächtigen darfst. In der Regel sind Couchsurfer jedoch Menschen aus dem „ganz normalen“ Mittelstand. Professorinnen, Stunden, Banker oder der Einzelhandelskaufmann, beim Couchsurfen sind alle Schichten vertreten. Ein toller Urlaub beim Bauen? Auch viele Landwirte bieten einen Platz auf ihrer Couch an. Und genau das ist der spannende Punkt. Man lernt unglaublich viele Menschen und auch neue Kulturen kennen. Für uns ist der spannende Punkt auf jeden Fall das Kennenlernen von Menschen. Du lernst hier die persönlichen Lebensumstände kennen und kannst auch so von neuen Menschen eine ganze Menge lernen. Das Schöne ist, dass du nicht nur bei ihnen nächtigen darfst, sondern in der Regel auch noch auf Erkundungstour in die Stadt mitgenommen wirst. Du sparst dir hier also auch noch mal den Stadtführer. Man kann also sagen, dass du beim Couchsurfen mittendrin statt nur dabei bist.

 

Die großen Vorteile beim Couchsurfing

Wir möchten dir nun einmal die vielen Vorteile vom Couchsurfing näher bringen, sodass auch du am Ende bestimmt überzeugt bist und deine nächste Reise auf einer fremden Couch verbringen wirst.

6 Vorteile des Couchsurfings

  • Couchsurfing ist kostenlos. Gerade für junge Reisende ist das in der Regel der hauptsächliche Grund. Aber natürlich bietet Couchsurfing noch eine Menge weiterer Vorteile, auf welche wir nun zu sprechen kommen.
  • Du bekommst ein tolles Bild des Ortes. Hier ist nichts gefälscht. Du bist bei den Menschen Zuhause, die auch direkt am Zielort leben. Du bekommst mit Sicherheit in keinem Hostel oder Hotel ein besseres Bild vom Ort oder der Kultur als von den Menschen, die schon seit Jahren dort leben.
  • Man kann vieles zusammen erleben. Eine schöne Beschäftigung ist das gemeinsame Kochen. Wenn wir Couchsurfing anbieten, kochen wir mit dem Couchsurfer sehr gerne. Dabei erfreuen wir uns über die Aufmerksamkeit und natürlich auch darüber, dass wir uns den Gang in das nächstbeste Lokal sparen können. Und mal ganz ehrlich, kochen bringt Menschen immer noch am Besten zusammen.
  • Die kostenlose Stadtführung. In der Regel bekommst du vom Gastgeber eine kostenlose Stadtführung. Wir haben die Erfahrung machen dürfen, dass die meisten Gastgeber eine kostenlose Stadtführung gerne machen. So hast du deinen persönlichen Reiseführer, der dir nicht nur die schönen Seiten, sondern auch die negativen Seiten der Stadt zeigen wird. Gerade das wird den Urlaub besonders spannend machen.
  • Die vielen Insidertipps. Ja komplett gratis bekommst du vom Gastgeber Insidertipps. Schließlich wissen sie sehr gut, wo man abends noch verweilen kann, wo man den schönsten Mittagstisch bekommt und wo vielleicht das Eis am Besten schmeckt. Auf jeden Fall besser als jeder Reise-Guide.
  • Soziale Kontakte umsonst. Gerade wenn du das Couchsurfing alleine machen möchtest, ist es doch schön, wenn man abends bei einem Glas Wein sich vielleicht noch ein wenig unterhalten kann. Dafür ist das Couchsurfing auch gedacht. Du lernst eine Menge Menschen kennen, mit denen du viele Abende verbringen kannst.

Die Nachteile im Couchsurfing

 

Wir möchten dir natürlich nicht nur die schönen Seiten vom Couchsurfing näher bringen. Damit du perfekt informiert bist, musst du auch die Kehrseite vom Couchsurfing kennen. Daher möchten wir dir nun die Nachteile vom Couchsurfing im Detail erläutern.

  • Der Gast bist du! Natürlich kann das gut sein, jedoch auch schnell am Nervenkostüm spielen. Schließlich musst du dich immer an den Zeitplan deines jeweiligen Gastgebers richten und diese möchten manchmal nicht, dass du die Wohnung betrittst und verlässt, wann auch immer du es mö Das ist zwar an sich verständlich, macht den Urlaub oder den Ausflug nicht ganz so bequem.
  • Die Privatsphäre ist quasi nicht vorhanden. Wenn du vielleicht einen potentiellen Partner im coolsten Club der Stadt kennenlernst, kann du die Person nicht einfach mit nach Hause bringen, schließlich ist dieser Punkt nicht im Vorhinein vereinbart worden.
  • Flexibilität ist ein Muss! Es ist als Couchsurfer sehr wichtig, dass du flexibel bist. Nur so bist du ein guter Couchsurfer. Vielleicht passt dir der Gastgeber einfach nicht und du musst dir schnellstmöglich eine neue Bleibe suchen. Wenn du nicht flexibel bist, wird das in der Regel schwierig.

Alles in allem ist Couchsurfing jedoch nicht so schwierig, wie es zunächst den Anschein macht. Wir empfehlen dir, das Couchsurfen auf jeden Fall einmal zu probieren. Vielleicht wirst du es lieben und nie wieder anders deinen Urlaub verbringen wollen. Wie immer gilt, probieren geht über studieren. Sollte das Couchsurfing nichts für dich sein, ist das vollkommen in Ordnung. Wir finden es jedoch wichtig, dass du es auf jeden Fall einmal ausprobiert hast.

So findest auch die richtige Couch

Damit du überhaupt Couchsurfing betreiben kannst, musst du dich auf den relevanten Plattformen anmelden. Hier empfehlen wir dir die Plattform Couchsurfing und BeWelcome. Auf diesen Plattformen kannst du per Suchfunktion genau schauen, in welche Region auf der Erde du verreisen möchtest. Natürlich gibt es hier auch noch weitere Filtermöglichkeiten. So kannst du zum Beispiel auswählen, welche Altersklasse dein Gastgeber haben sollte, ob du mit der gesamten Familie anreisen kannst und natürlich auch, welches Geschlecht dein potentieller Gastgeber haben muss. Als Frau wirst du dich natürlich bei einer Frau als Gastgeber wohler fühlen, als bei einem Mann. Aber auch hier gibt es wieder Ausnahmen, sodass wir das nicht pauschalisieren möchten. Auch eine Auswahl der Sprache ist möglich, sodass du nicht unbedingt die jeweilige Landessprache sprechen musst. Wir möchten dir nun mal eine kleine Richtlinie an die Hand geben, die du auf jeden Fall einhalten solltest, wenn du das nächste Mal eine Reise als Couchsurfer antrittst.

 

  • Fotos: Sehen die potentiellen Gastgeber auch sympathisch aus? Sieht die Wohnung sauber aus oder ist es eine Müllhalde und du musst sogar noch die Putzfee spielen? Gerade Fotos sind sehr wichtig für den ersten Eindruck.
  • Referenzen: Gibt es vom Gastgeber schon Referenzen? Was haben andere Couchsurfer schon über diesen Gastgeber geschrieben? Gibt es vielleicht sogar schlechte Bewertungen? Und wenn ja, warum ist das der Fall? Schau dir bitte immer das Gesamtverhältnis an und lese die Bewertungen genau. So kannst du dir mit Sicherheit schnell ein Bild über den Gastgeber machen.
  • Persönliche Interessen: Was sind die Interessen vom Gastgeber? Gehst du gerne abends feiern, dann sollte der Gastgeber auch keine Spaßbremse sein. Aber auch die Hobbies und allgemeinen Interessen sind unserer Meinung nach sehr wichtig und sollten immer ein wenig mit den von dir ü

Gastgeber gefunden ? So geht’s weiter

Du hast den potentiellen Gastgeber gefunden? Dann musst du ihn natürlich kontaktieren. Hier empfehlen wir dir immer, dass du bevor du die Leute anschreibst, du auf ein Couchsurfing-Treffen in deiner Heimatstadt gehst. Hier kannst du nämlich vielen erfahrenen Couchsurfern Fragen stellen und dich so austauschen. Übrigens kannst du dir so auch schnell einige Referenzen einheimsen. Sei einfach nett und dennoch authentisch, sodass du schnell einige Referenzen bekommen wirst. Hast du dein erstes Couchsurfing-Meeting absolviert, darfst du mit der Suchfunktion schauen und dir den passenden Gastgeber heraussuchen. Mit den folgenden Hinweisen wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit einen guten Gastgeber finden, der dich zu sich nach Hause quasi einladen wird.

So schreibst du eine gute Couchsurfing-Anfrage

  • Stelle dich einmal kurz vor und erzähle, was du auf deiner Reise machen wirst.
  • Schreibe deinem potentiellen Gastgeber, aus welchen Gründen du ihn ausgewählt hast. Hier darfst du natürlich die Angaben aus deinem Profil einbinden.
  • Erzähle deinem Gastgeber, dass du sehr selbstständig bist und dich dennoch freuen würdest, wenn ihr auch gemeinsame Zeit verbringen kö Der Gastgeber hat somit nicht das Gefühl, dass du eine Art „Ersatz-Mama“ benötigst und hat dennoch die Option, dich auf verschiedene Events mitzunehmen.
  • Was macht dich besonders? Warum sollte der Gastgeber gerade dich zu sich nach Hause einladen? Was ist dein Alleinstellungsmerkmal? Erkläre deinem Gastgeber, warum er dich und niemand anderen zu sich nach Hause einladen sollte
  • Hinterlasse Kontaktdaten. Damit der potentielle Gastgeber sich auch schnell bei dir zurückmelden kann, empfehlen wir dir, dass du bei ihm deine Handynummer und deine Emailadresse hinterlä So kann er sich schnell bei dir zurückmelden und du musst nicht ewig auf eine Antwort warten.

 

Couch gefunden – Was kommt nun?

Herzlichen Glückwunsch, du hast die Zusage für dein Couchsurfing-Abenteuer bekommen. Wir gratulieren dir dazu. Nun kannst du dich zurücklehnen und ein wenig entspannen. Sollte dein Gastgeber schon etwas mehr geschrieben haben, kannst du natürlich gerne weitere Fragen an ihn stellen. Nutze die Gelegenheit und frage die Fragen, welche du gerne beantwortet haben möchtest. Wir empfehlen dir, dass du auch noch nach weiteren Kommunikationsmitteln fragen solltest. So seid ihr im besseren Kontakt. Email und Telefonnummer gehören in der heutigen Zeit einfach dazu. Außerdem musst du deinem Gastgeber deine Ankunftszeit und auch den Ort mitteilen. Du kannst übrigens vorab recherchieren, wie du vom Flughafen, vom Bahnhof oder auch von der Bushaltestelle schnell und stressfrei zum Zielort kommst. Viele Gastgeber bieten dir jedoch an, dich direkt vom Flughafen oder vom Bahnhof abzuholen, sodass du nicht noch eine halbe Weltreise antreten musst.

Sei ein guter Gastgebern

Damit du ein guter und gern gesehener Gast bist, benötigst du genau zwei Dinge. Zum einen Flexibilität und zum anderen gute Laune. Lass den Gastgebern ihren Platz, aber sei bereit für jeden Spaß. Du kannst natürlich auch Nein sagen, zu allem, was dir nicht gefällt.Auch solltest du darauf achten, dass du die Wohnung nicht dreckiger verlässt, als du sie aufgefunden hast. Räume dazu auch deine Sachen möglichst aus dem Weg, damit die Räume für die Gastgeber nutzbar bleiben.Ein absolutes No-Go ist es, andere Leute zu deinem Gastgeber mitzubringen. Wenn du während des Aufenthaltes jemand nettes finden solltest, dann nimm dir ein Hotel oder verbringe die Nacht irgendwo anders. Das würden wir in jedem Fall so handhaben, auch wenn dein Gastgeber nicht da sein sollte. Wenn es nur ums Kochen oder so geht, dann frage deinen Gastgeber, aber denk daran, dass du bei Problemen derjenige bist, an dem es hängen bleibt.Mach auch das, was du angekündigt habt. Wenn dein Couchrequest sich völlig von deinem Auftreten unterscheidet, dann wirft das ein schlechtes Licht auf dich!

Couchsurfing – Ja oder Nein? – Unser Fazit

Abschließend können wir sagen, dass das Couchsurfing durchaus eine Möglichkeit ist, anderswo eine schöne und tolle Zeit zu verbringen. Wir hoffen, dass du nun ein wenig Lust bekommen hast und dich vielleicht schon innerlich auf den nächsten Couchsurfing-Trip vorbereitest. Probiere es doch einfach mal auf. Wie das Couchsurfing funktioniert, hast du in unserem Ratgeber ausführlich erfahren, du musst also nur noch ins Handeln kommen. Schnell wirst du merken, dass ein cooler Couchsurfing-Trip besser als jeder Hotelaufenthalt sein kann. Natürlich ist Couchsurfing nicht immer das Gelbe vom Ei, macht aber in der Regel sehr viel Spaß! Genieße die Zeit mit deinem Gastgeber. Viel Spaß dabei!

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